Technik · Plattform
Zwei Kerne im Inverter: Ihre Software auf dem einen, unsere Motorregelung auf dem anderen
Das Dual-Core-Konzept unserer Inverter teilt die Arbeit auf zwei Rechenkerne auf: Auf dem ersten läuft die feldorientierte Regelung von Persystems, der zweite steht für Ihre Software frei. Ihr Code gibt der Regelung über eine Inter-Prozessor-Schnittstelle vor, was der Antrieb tun soll – so bauen Sie Ihr Produkt direkt auf dem Inverter auf, ohne zusätzlichen Controller und ohne die Motorregelung anzufassen. Ab 2027 ist das Konzept in allen Persystems-Invertern enthalten.
Auf einen Blick
| Gilt für | alle Persystems-Inverter, ab 2027 in jedem enthalten |
| Controller | zwei Rechenkerne |
| Kern 1 | feldorientierte Regelung, Telemetrie, Schutzfunktionen – Persystems-Firmware |
| Kern 2 | frei programmierbar für Ihre Anwendung |
| Kopplung | Inter-Prozessor-Schnittstelle mit Referenzbeispielen |
| Nach außen | Schnittstellen wie beim jeweiligen Inverter |
| Lieferform | Firmware-Variante „Dual-Core-Kundencode“ |
Veröffentlicht am 2. Oktober 2026 · Persystems GmbH, Regensburg
Warum Anwendungslogik auf den Inverter gehört
Viele Produkte brauchen eigene Logik nah am Antrieb: eine Regelung, die über die reine Motorregelung hinausgeht, eine Ablaufsteuerung, die aus Sensorwerten Sollwerte macht, oder ein Verhalten, das genau dieses Produkt ausmacht. Üblicherweise bekommt diese Logik einen eigenen Controller – eine weitere Platine, mehr Verkabelung, ein zweites Firmware-Projekt und ein Bus dazwischen, über den jeder Sollwert laufen muss.
Bei unseren Invertern geht es einfacher. Der Controller hat zwei Rechenkerne, und nur einer davon ist für die Motorregelung reserviert. Der zweite steht Ihnen zur Verfügung: Dort läuft Ihre Software, direkt neben der Regelung, auf derselben Platine und ohne Umweg über einen Bus. Das Konzept gilt für die ganze Inverter-Familie, vom 48-V-Inverter INV-60V-120A über den GaN-Inverter INV-120V-40A bis zum INV-25V-100A, der gerade entsteht. Ab 2027 ist es in allen unseren Invertern enthalten.
Zwei Kerne, klare Arbeitsteilung
Kern 1: die Motorregelung. Hier läuft die Firmware von Persystems, so wie auf jedem unserer Inverter: die feldorientierte Regelung, dazu Telemetrie, Fehlerlog und die Schutzfunktionen. Auch die Schnittstellen nach außen – beim INV-60V-120A etwa PersyCAN, DroneCAN und PWM/PPM – und das Konfigurationstool bleiben unverändert.
Kern 2: Ihre Anwendung. Der zweite Kern ist frei programmierbar. Was dort läuft, bestimmen Sie: Ihre Regelung, Ihre Ablaufsteuerung, Ihre Auswertung von Sensoren oder das Verhalten, das Ihr Gerät ausmacht.
Dazwischen: die Inter-Prozessor-Schnittstelle. Über sie kommandiert Ihr Code die Motorregelung: Er gibt Sollwerte und Befehle vor und liest Zustände und Messwerte zurück – dieselben Größen, die der Inverter sonst über CAN entgegennimmt und meldet. Referenzbeispiele zeigen, wie das geht, damit Sie nicht bei null anfangen.
Die Motorregelung läuft immer
Die Trennung in zwei Kerne ist mehr als Komfort. Sie sorgt dafür, dass die Motorregelung von Ihrer Software unabhängig bleibt: Ihr Code kann sie weder ausbremsen noch aus dem Takt bringen, weil er auf einem eigenen Kern läuft. Stromregelung und Schutzfunktionen – vom Überstrom- und Kurzschlussschutz bis zum sicheren Zustand des Antriebs – liegen auf dem Regelungskern und bleiben in der Verantwortung von Persystems.
Das gilt auch während der Entwicklung: Während Sie Ihre Anwendung schreiben, testen und ändern, bleibt die Regelung dieselbe geprüfte Firmware, die wir auf unserem Prüfstand in Regensburg vermessen. Sie bauen Ihr Produkt auf einer Motorregelung auf, die funktioniert – vom ersten Prototyp an.
Was Sie auf dem zweiten Kern bauen können
Der zweite Kern eignet sich für alles, was eigene Logik nah am Antrieb braucht. Einige Beispiele:
- Prozessregelung über der Motorregelung – etwa Druck, Durchfluss oder Zugkraft, geregelt direkt am Antrieb
- Bewegungsprofile und Ablaufsteuerungen, zum Beispiel für Gelenke und Achsen in der Robotik
- Auswertung eigener Sensoren und daraus abgeleitete Sollwerte, ohne Umweg über ein übergeordnetes System
- Produktverhalten, das Ihr Gerät ausmacht – Betriebsarten, Grenzwerte, Reaktionen auf Ereignisse
Welche Schnittstellen und Ressourcen Ihr Code dafür nutzt, stimmen wir zu Beginn des Projekts gemeinsam ab.
So kommen Sie ans Ziel
Die Dual-Core-Variante ist eine Firmware-Variante unserer Inverter. Sie bekommen den Inverter mit der Inter-Prozessor-Schnittstelle, Referenzbeispiele für den Einstieg und auf Wunsch die Unterstützung unseres Entwicklerteams – von der Abstimmung der Schnittstelle über die Integration bis zur Messung Ihres Antriebs auf unserem Prüfstand. Anpassungen an der Hardware, etwa an Steckverbindern oder Bauform, sind wie bei allen Varianten möglich.
Und weil das Konzept für alle unsere Inverter ausgelegt ist, steht Ihnen dieselbe Architektur auch dann zur Verfügung, wenn Ihr Antrieb in eine andere Spannungs- oder Leistungsklasse wechselt.
Das Konzept auf einen Blick
| Merkmal | Umsetzung |
|---|---|
| Gilt für | alle Persystems-Inverter, ab 2027 in jedem Inverter enthalten |
| Controller | zwei Rechenkerne auf der Steuerplatine des Inverters |
| Kern 1 | feldorientierte Regelung, Telemetrie, Fehlerlog, Schutzfunktionen – Persystems-Firmware |
| Kern 2 | frei programmierbar für Ihre Anwendung |
| Kopplung | Inter-Prozessor-Schnittstelle: Sollwerte und Befehle hin, Zustände und Messwerte zurück |
| Referenzbeispiele | Beispielcode für die Schnittstelle als Ausgangspunkt für Ihre Anwendung |
| Schutzfunktionen | alle Schutzfunktionen des Inverters und der sichere Zustand – auf dem Regelungskern |
| Schnittstellen nach außen | wie beim jeweiligen Inverter, beim INV-60V-120A etwa CAN (PersyCAN, DroneCAN) und PWM/PPM – unverändert |
| Werkzeuge | Parametrierung, Firmware-Update und Fehlerdiagnose mit der PC-Software über CAN |
| Lieferform | Firmware-Variante „Dual-Core-Kundencode“, Integrationsunterstützung auf Wunsch |
Wo die Grenzen liegen
Der zweite Kern ersetzt keine Auslegung. Rechenzeit, Speicher und Schnittstellen sind endlich, und nicht jede Anwendung passt hinein. Deshalb sprechen wir vor dem Projekt über Ihre Anforderungen – und sagen Ihnen offen, wenn ein eigener Controller die bessere Lösung für Ihr Produkt ist.
Passend dazu
Häufige Fragen
Für welche Inverter gibt es das Dual-Core-Konzept?
Für alle. Das Konzept ist für die ganze Inverter-Familie von Persystems ausgelegt, vom INV-60V-120A über den GaN-Inverter INV-120V-40A bis zum INV-25V-100A. Ab 2027 ist es in allen unseren Invertern enthalten.
Kann meine Software die Motorregelung stören?
Nein. Die Regelung läuft auf ihrem eigenen Kern mit der Persystems-Firmware. Stromregelung und Schutzfunktionen bleiben davon unberührt – was auch immer auf dem zweiten Kern passiert.
Brauche ich dann noch einen eigenen Controller?
Für viele Anwendungen nicht: Die Logik, die sonst auf einer eigenen Platine säße, läuft auf dem zweiten Kern des Inverters. Ob Rechenzeit und Schnittstellen für Ihren Fall reichen, klären wir vorab.
Funktionieren PersyCAN, DroneCAN und PWM/PPM weiterhin?
Ja. Die Schnittstellen nach außen und das Konfigurationstool bleiben wie beim jeweiligen Standard-Inverter. Ihr Code kommandiert die Regelung zusätzlich von innen über die Inter-Prozessor-Schnittstelle.
Wie fange ich an?
Mit den Referenzbeispielen für die Inter-Prozessor-Schnittstelle und einem Gespräch über Ihre Anwendung: welche Sollwerte, welche Sensoren, welche Zyklen. Daraus legen wir gemeinsam fest, was auf dem zweiten Kern läuft.
Kontakt
Ihr Produkt auf unserem Inverter?
Sie haben eine Anwendung, die eigene Logik nah am Antrieb braucht? Beschreiben Sie uns, was Ihr Gerät tun soll – wir zeigen Ihnen, wie es auf dem zweiten Kern unserer Inverter läuft.
